Ein Erdkunde-Leistungskurs zu Gast im MAN Turbowerk in Sterkrade
Globalisierung - Outsourcing (Auslagerung) von Arbeitsplätzen ins Ausland - China als aufsteigende Wirtschaftsweltmacht - Sachverhalte, mit denen sich Schüler der Sek. II in Erdkunde herumschlagen müssen. Was aber haben sie mit Oberhausen, mit unserem Alltag zu tun?
Um dies herauszufinden, besuchte Ende letzten Jahres der 13-er Erdkunde-LK mit Herrn Flik den Oberhausener Turbinenhersteller MAN Turbo & Diesel in Sterkrade. Neugierig geworden waren die Schüler durch die umfangreiche WAZ-Berichterstattung im Mai 2011 über die Erweiterung eines MAN-Zweigwerkes 180 km von der chinesischen Metropole Shanghai entfernt.
Zwei engagierte Mitarbeiter des Werks, Herr Siemons und Herr Speckamp, begrüßten die Schülerinnen und Schüler und begleiteten sie während der folgenden Stunden. Zunächst informierte ein Film die Gruppe über die Geschichte der MAN, eines Nachfolgeunternehmens der Oberhausener Gutehoffnungshütte GHH, die schon 1898 die ersten Maschinen nach China geliefert hat. Dann ging es aber zügig in die Gegenwart: Wie sieht die Betriebsstruktur der MAN aus? Wo und was produziert der Konzern weltweit? Wie sind Auftraggeber, Produktionsstätten und Service-Niederlassungen global miteinander vernetzt? Und: "Warum entstehen die Arbeitsplätze nicht beim gut 1800 Mitarbeiter beschäftigenden größten MAN Turbowerk in Oberhausen, sondern 9000 Kilometer Luftlinie weit entfernt, wo das Ruhrgebiet doch so dringend qualifizierte Jobs benötigt?" (WAZ, 19.Mai 2011)
Auf alle Fragen der Schülerinnen und Schüler konnten die beiden MAN-Mitarbeiter kompetent und anschaulich reagieren - mit Zahlen, Erläuterungen und Hintergrundinformationen. Auch auf die abschließende Frage, was sie heutigen Abiturienten am ehesten auf dem Weg in ihre Berufsausbildung empfehlen würden, kam spontan eine überzeugende Antwort: "Fremdsprachen, Fremdsprachen - und noch einmal: Fremdsprachen!"
"Verkleidet" mit Helmen und Sicherheitsschuhen, schloss ein Rundgang durch das weitläufige Werk in Sterkrade den Vormittag ab. Angesichts des voll gepackten Schulalltags eine viel zu selten genutzte, aber abwechslungsreiche Ergänzung von Unterricht im Klassenraum!