Breendonk 2007

Die Fahrt nach Breendonk ist mittlerweile eine etablierte Tradition.

 

Jedes Jahr fährt der gesamte
Jahrgang 10 in das ehemalige
Gefangenenlager Breendonk, in
dem die Nationalsozialisten
politische Gegner inhaftiert hatten.
Die Fahrt soll die Schülerinnen
und Schüler zur
Auseinandersetzung mit der
deutschen Vergangenheit
anregen. Es hat sich in den
vergangenen Jahren gezeigt, dass
die Authentizität des historischen
Ortes eine völlig andere
Dimension der
Auseinandersetzung ermöglicht.
Die Festung Breendonk ist zwar in
den letzten Jahren (leider) ein
wenig musealer ausgerichtet
worden, aber sie besticht dennoch
nach wie vor durch die Bewahrung der ursprünglichen Gestaltung. Hier kann man den Ausführungen der Führer zuhören und die Phantasie kann die Örtlichkeit mit den Bildern der Vergangenheit füllen. So entstand und entsteht weiterhin eine wesentlich intensivere Empfindung der damaligen Verbrechen. Gleichzeitig leisten wir durch den Besuch in Belgien auch nach wie vor einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung. Weitere Fragen zur Festung und zur Fahrt werden durch ein Begleitheft erläutert.

 

Erfahrungsbericht 2009

Heute sind die 10.Klassen nach Belgien gefahren, um das ehemalige KZ zu besichtigen. Der heutige Tag hat meine Erfahrungen zum Thema KZ und Rassismus sehr verändert. Man selbst hat immer seine eigenen Vorstellungen von Konzentrationslagern und Vernichtungslagern. Jeder denkt wahrscheinlich, dass es unwahrscheinlich schlimm gewesen sein musste doch schlimm und grauenvoll ist noch viel zu harmlos ausgedrückt. Es fehlen einem einfach die Worte.

Als der Führer unserer Klasse Schritt für Schritt die schrecklichen Geschehnisse erzählt hat, blieb jedem der Atem weg. Ich hätte niemals gedacht, dass Menschen anderen Menschen so grauenvolle Dinge antun können. Ich denke (so schlimm es sich anhört), die Gefangenen wären lieber sofort ermordet worden als so gequält zu werden. Und ich hätte ebenfalls gedacht, dass Hygiene eine Art Folter sein kann, doch heute wurde mir das Gegenteil bewiesen. Um zu wissen, wie schlimm es in solchen KZs wirklich gewesen ist, muss man selbst dort gewesen sein und sich ein Bild vom Zustand dort machen. Etwas darüber lesen ist eine Sache, ein KZ zu besichtigen eine völlig andere.

Ich würde meine Erfahrungen mit einem Wort beschreiben: Respekt. Das Menschen, nur weil sie einer anderen Religion angehören, keinen, wirklich keinen Respekt bekommen, wie Tiere oder sogar noch schlechter behandelt werden, ist wirklich unter aller Menschenwürde. Andersherum kann man es jedoch auch sehen: Ich denke nicht, dass die Gefangenen Resekt vor den SS-Leuten hatten. Ich denke, es war pure Angst, denn Respekt ist nicht gleich Angst. "Die Würde des Menschen ist unantastbar", so lautet der erste Satz im Grundgesetz und diesen Satz finde ich seit dem heutigen Tage absolut verständlich.

Man denkt sich: es muss so schlimm gewesen sein, doch wenn man dort war und es selbst gesehen hat, findet man keine Worte mehr dafür.

Das war mein Eindruck von dem heutigen "Ausflug", doch jeder muss seine eigene Erfahrung damit machen, um sich wirklich ein Bild davon machen zu können und vor allem zu begreifen, was damals wirklich geschehen ist.

Denise Hagenguth, 10d

Bilder von Breendonk

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